Seligman Europe - Positive Psychology

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Über 40 KollegInnen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum nahmen am 1. Grazer Workshop "Interventionen der Positiven Psychologie für Beratung, Therapie und Coaching" teil. 

Sehr anwendungsorientiert erläuterte Dr. Philip Streit die Hintergrunde der Positiven Psychologie. Die TeilnehmerInnen erarbeiteten sich dann Stück für Stück die wichtigsten Interventionen und wendeten diese auch für sich an. Besonders interessant waren die Präsentation der  persönlichen „Projekte, die sind als wir selbst“, der Genusstisch, die Loving-Kindness Meditation sowie die persönlichen Erfahrungen mit "Positivity Self Report" von Barbara Fredrickson.

 

Weitere Veranstaltungen werden folgen, ein Zusammenschluss von AnwenderInnen der Positiven Psychologie ebenfalls.

 

Informationen unter +43 699 10142463


Hier finden Sie die Powerpoint zum Workshop


Wednesday, 25 April 2012 09:02

Grundlegung der Positiven Psychologie

Written by Dr. Philip Streit

Gedanken zur deutschen Ausgabe von Martin Seligmans „Flourish - Wie Menschen aufblühen. Die Positive Psychologie des gelingenden Lebens“.

 

Ende der 80er Jahre hat Klaus Holzkamp eine „Grundlegung der Psychologie“ verfasst. Das Verdienst dieses Werkes ist, dass die Wissenschaft der Psychologie aus dem wissenschaftlichen Elfenbeinturm herausgeholt und ihre Erkenntnisse in Bezug zu sozialen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen gestellt wurden. Holzkamp war der führende Kopf der Kritischen Psychologie und wurde als solcher auch massiv angegriffen. Es fehlte nicht an Versuchen ihn ins psychologische Abseits zu schieben.

 

Auch für die Positive Psychologie, begründet durch Martin Seligman, haben so manche ein spezielles Örtchen vorgesehen. Auf der Fahrt nach Venedig im Juli 2009 berichtete mir Martin Seligman was seine größte Sorge in Bezug auf die weitere Entwicklung der Positiven Psychologie sei. Dies nach einem hoch erfolgreichen ersten internationalen Kongress in Philadelphia und einer übervollen Veranstaltung zur Positiven Psychologie in Graz, Österreich: „Wenn wir nicht aufpassen, werden wir  in die Nähe unwissenschaftlicher Esoterik und Glücksfantasie gerückt“ In der Tat: Mit dem Glück und  positiver Psychologie versuchen heute viele ihr Glück. Täglich sind Radiosendungen voll davon, täglich erscheinen neue Publikationen dazu.

 

Und Ende des Jahres 2011 wußte „DIE ZEIT“, nachdem ihr Redakteur im Juli beim „2. Positiven Psychologie Symposium “ in Heidelberg im Herzen der Sekte wähnte, wie es ausschaut: Seligman ist der Guru.

 

Martin Seligman selbst stand dem Wort „Glück“ in Zusammenhang mit Positiver Psychologie immer skeptisch gegenüber. Zu diffus sei dieser Begriff, zu viele missverständliche Meinungen seien möglich. Mit Mühe ließe er sich zu „Authentic Happiness“ überreden, also „authentischem Glück“, Die Positive Psychologie hätte, so Buch „der Glücksfaktor“, die Aufgabe die wissenschaftlichen Faktoren zu erforschen, die Menschen glücklich werden ließen. In der Theorie des „Authentischen Glücks“ war Glück das Hauptthema, der Maßstab Lebenszufriedenheit und das Ziel zunehmende Lebenszufriedenheit.

 

Bereits in Berlin 2010 hat Martin Seligman drei Dinge daran kritisiert:  

  1. 1.Der Begriff Glück sei missverständlich, werde oft als nur positiv verstanden und suggeriere, dass fröhlich sein und Freude haben automatisch Glück bedeuten.
  2. 2.Die privilegierte Rolle der Lebenszufriedenheit
  3. 3.Glück und glücklich sein könne sich nicht allein aus positiven Emotionen,       Erleben von Stärke und Sinn konstituieren, sondern müsse auch noch durch andere Faktoren beeinflusst werden.

 

Martin Seligman diskutiert immer viel bevor er etwas schreibt. Er redet mit zahllosen Leuten, hört ihnen aufmerksam zu, notiert sich fotografisch kleine Gesprächsinhalte, stellt Fragen. So entstanden auf der Vortragsreise von Wien über Prag und Berlin erste Grundzüge einer Theorie des Wohlbefindens, die Seligman im vorliegenden Buch „Flourish – Wie Menschen Aufblühen. Die Positive Psychologie gelingenden Lebens“ ausformuliert hat.

Bestechend schlicht und zugleich bestechend logisch legt er dar, worum es seiner Meinung nach in der Positiven Psychologie gehen soll: Um Wohlbefinden. Dazu schlägt er eine Formel vor, die jene Faktoren zusammenfasst, die Wohlbefinden bestimmen und zunehmendes Aufblühen von Menschen ermöglichen sollen: à PERMA.

PERMA bedeutet zum ersten Positive Emotionen. Der Mensch braucht positive Emotionen, diese in einem Verhältnis 3:1 wie es auch Barbara Fredrickson darstellt.

Das zweite ist Engagement. Menschen werden zufriedener und können aufblühen wenn sie ihre Stärken leben und sich für ihr Engagement einsetzen.

Der dritte und neue Punkt sind Relationen: Menschen brauchen Beziehungen, um sich wohl zu fühlen und auf zu blühen.

Viertens brauchen Menschen Sinn und Bedeutung, um sich wohl zu fühlen Meaning. Dies gelinge am besten über Projekte die etwas größer seien als sie selber.

Und fünftens brauchen Menschen zum Wohlbefinden Erfolg „Accomplishment“ wie es im Englischen heißt – Zielerreichung, um der Zielerreichung willen.

Diese fünf Faktoren unterscheiden sich fundamental von den drei Faktoren (Positive Emotionen, Engagement, Meaning) der alten „Authenic Happiness –Theorie“. Sie sind subjektiv und objektiv erfassbar und messbar. Sie sind auch weitgehend voneinander unabhängig und daher besser für die Forschung einsetzbar.

 

Die PERMA – Theorie des Wohlbefindens, die Neue Positive Psychologie, wie Seligman es nennt, macht nochmals deutlich, was er sich von einer Wissenschaft Psychologie auch erwartet und was mit Psychologie möglich ist. Nämlich weit mehr als das abgehobene Erforschen und Entwickeln von Konstrukten über die menschliche Seele und Entdeckung von Leid verursachenden und Leid mindernden Faktoren in Klinischer Psychologie und Therapieforschung. Gefordert ist die systematische Erforschung von Faktoren  wie Menschen ihre Stärken nutzen, um ihr Wohlbefinden zu steigern, sich gut zu fühlen, erfolgreich zu sein, in guten Beziehungen zu leben und dem Leben einen tieferen Sinn zu geben. So begegnet er wirksam Kritikern, die meinen es wäre entbehrlich eine Psychologie positiv zu nennen, sei sie doch an sich wertfrei.

Seligman, kommend aus einer kognitiv-behavioralen Tradition, arbeitet – für mich als Systemiker einfach begeisternd – heraus, dass (klinische) Psychologie qualitativ ganz was anderes ist, wenn sie sich in der Logik der Vermehrung von Wohlbefinden, Aufblühen (Flourishing) als in der Logik der Leidensverminderung bewegt.

Zahllose kleine, sehr praktische Beispiele im Buch weisen darauf hin, dass die PERMA-Theorie von Martin Seligman auch eine kleine Revolution und neue Möglichkeiten für Therapie und psychologische Behandlung bedeuten. Ein Patient, der darauf hinarbeitet die positiven Aspekte des Lebens zu sehen, seine eigenen Stärken wahrzunehmen, auf soziale Beziehungen zu achten und sich am eigenen Erfolg zu freuen, hat einfache von ihm handhabbare und damit hocheffektive Mittel in der Hand dem negativen  Teufelskreis des Grübelns und Problematisierens zu entgehen. Umfokussierungshilfen nennt der Hypnosystemiker Gunther Schmidt, für mich einer der revolutionärsten Therapeuten des deutschen Sprachraums, Positive Interventionen. Dass diese wirken, davon kann ich mich in meiner therapeutischen Arbeit tagtäglich überzeugen. Dies bedeutet natürlich keineswegs das Aus für andere, etablierte Therapieformen. Martin Seligmans Buch „Flourish“ bereitet den Weg dafür , dass Psychotherapie und klinisch-psychologische Behandlung weit mehr sein können als Linderung von Leid. Ja, es ist auch Steigerung von Wohlbefinden möglich.

 

Eine zweite kleine Revolution bricht Martin Seligman mit seinem neuen Buch vom Zaun: Die Symbiose von experimenteller, forschungsorientierter und angewandter Psychologie. Positive  Psychologie forscht grundlegend und fundiert, aber sie macht keinen Hehl daraus, für wen sie forscht: Zum Nutzen der Menschen und zur Vermehrung von deren Wohlbefinden. Nicht abstrakte Begriffe stehen im Zentrum ihrer Terminologie, sondern handfeste Begriffe mit denen Menschen etwas anfangen können.

Hier ist für mich der größte Verdienst, dass die Neue Positive Psychologie Martin Seligmans Entscheidendes dazu beiträgt, das Psychologie ihren Schrecken verliert. Sie kehrt zum Menschen zurück, dort wo sie eigentlich hingehört. Psychologie ist nicht etwas, was man verwendet, wenn man, um es mit der Volksmeinung zu sagen, „gestört“ ist, um wieder auf den Boden der Realität zu kommen, sondern Psychologie ist so etwas wie alltägliche Nahrung und Unterstützung um das Aufblühen und Wohlbefinden zu fördern, natürlich auch um Probleme zu überwinden.

 

Diesem Ziel, dem Wohlbefinden der Menschen zu dienen, nicht nur Leiden zu vermindern, dienen die gesamten praktischen Artikel im neuen Buch. Ganz spannend zu lesen, sind die pädagogischen  Ansätze der Positiven Psychologie, ihr Einsatz in der Armee und in der Gesundheitspsychologie. Manche mögen die Nase rümpfen, „Wie kann eine Psychologie, die der Armee dient positiv sein?!“. Es steht aber  zweifelsfrei fest, dass die in einer Armee (gleich wo auf der Welt) dienenden Menschen auch reale Gefühle haben und dass je besser es diesen Menschen geht, ihre kooperativen und sozialen Kompetenzen steigen. Das hat die moderne Neurobiologie schon längst erkannt. Menschen unter Stress, Unsicherheit oder unklaren Bedingungen sind wesentlich aggressiver und neigen zu deutlich mehr Exzessen als Menschen, die Sicherheit und Erfolg haben und Möglichkeiten sich und ihre Stärken kennenzulernen. Dem dient das groß angelegte Armee-Programm der Penn Universität Pennsylvania unter der Leitung von Martin Seligman.

 

Das letzte für mich hervorstechende Merkmal dieses neuen Buches ist die politische Dimension der Positiven Psychologie. Die PERMA-Theorie von Martin Seligman bezieht Stellung, worum es in unserer Gesellschaft gehen soll. Nicht ausschließlich um mehr Geld und um mehr Profit. Wir sollten unsere  Gewinne, die wir machen,  dazu nutzen, um unseren Wohlstand, unser Wohlbefinden zu nähren. „PERMA 51“ nennt Seligman dieses Programm. Inspiriert vom britischen Nationalökonomen Lord Richard Layard fordert Seligman geradezu ein Umdenken über den Sinn und Zweck des Wirtschaftens. Selten, dass eine Psychologie, hier die Positive Psychologie, diese zu tiefst humanen Anliegen so deutlich ausgesprochen und eingefordert hat.

Nicht zuletzt deshalb ist Martin Seligmans Buch äußerst lesenswert. Es wird sicher viele konstruktive, viele kritische Auseinandersetzungen und Meinungen dazu geben, aber das ist es ja genau, was Martin Seligman sucht: Diskussionen um den nächsten Schritt der Positiven Psychologie zu setzen.

 

Philip Streit, Koordinator von Seligman Europe

Wednesday, 28 March 2012 21:48

"Flourish" auf deutsch soeben erschienen

Written by Dr. Philip Streit

"Flourish - Wie Menschen aufblühen - Die Positive Psychologie des gelingenden Lebens" , das neue Buch von Martin Seligman ist soeben auf deutsch bei Kösel erschienen. In diesem Buch stellt Martin Seligman die PERMA Theorie des Wohbefindens vor und gibt einen Überblichk über die Vielfalt der Praxis der Positiven Psychologie.  Einfach, klar und bestechend logisch ist dieses Buch sowohl für den interessierten Einsteiger wie für ExpertInnen der Positiven Psychologie ein "Must have".

Zu bestellen über www.amazon.de

 


Am 11. bis 12. 05. 2012 

Tagungsort: Schloss Lenzburg, 5600 Lenzburg
Organisation: wilob AG, 5600 Lenzburg
TeilnehmerInnen: PsychologInnen, AerztInnen, SozialarbeiterInnen,
SozialpädagogInnen und alle, die sich auf eine neue Beziehung freuen!
Preis: Fr. 420.00 & Fr. 80.00 Stehlunch, Kaffeepausen, Apero & Minibrunch

Wie der Systemisch-Lösungsorientierte Ansatz & Salutogenetische Konzepte ihren Fokus auf die positiven Seiten
der menschlichen Existenz richten!

Link zum PDF der Tagung 

Tuesday, 24 January 2012 09:33

Geleitwort zur deutschen Ausgabe von Flourish

Written by Seligman Europe

Glück, Wohlbefinden und Selbstverwirklichung sind Schlagwörter unserer Zeit. Der Buchmarkt quillt über mit immer neuen Ratgebern; Zeitschriften und Zeitungen berichten regelmäßig in großen Aufmachungen davon; kostspielige Vortragsveranstaltungen und Workshops werden allgegenwärtig angeboten. Trotz des großen Interesses an Fragen nach dem gelingenden Leben, nach dem Sinn und Glück, hat sich die wissenschaftliche Psychologie über viele Jahrzehnte eher randständig mit diesen zentralen Fragen beschäftigt. Es ist das große Verdienst Martin Seligmans, mit der Begründung der Positiven Psychologie insbesondere die anwendungsorientierte Forschung in diesem Bereich der Psychologie gestärkt zu haben. Die Positive Psychologie als wissenschaftliche Disziplin verfolgt ein klares Ziel: Mit wissenschaftlichen Methoden die Bedingungen und Konsequenzen des Wohlbefindens, menschlicher Stärken und positiv gestalteter Institutionen zu untersuchen und Interventionen zu entwickeln und evaluieren, die der Förderung einer positiven individuellen, institutionellen und gesellschaftlichen Entwicklung dienen. Hierdurch hebt sie sich von (wichtigen) rein philosophischen Überlegungen ab und schiebt ungeprüften Heilsversprechungen und dogmatischen Stellungnahmen, wie sie zunehmend in der Öffentlichkeit vermittelt werden, einen Riegel vor.

Mit dem vorliegenden Buch  fasst Martin Seligman seine derzeitigen Überlegungen und Erkenntnisse zu den Bedingungen eines gelingenden Lebens zusammen. Es ist aus vielerlei Gründen ein sehr lesenswertes Buch. Es gibt einen auch für Laien sehr verständlichen Überblick über zentrale wissenschaftliche Befunde zu den Fragen nach dem Wohlbefinden und gelingenden Leben und erschließt der Leserschaft, die sich vertiefend mit der Thematik auseinandersetzen will, in einem 60seitigen Anhang die wichtigsten wissenschaftlichen Quellen. Seligman ermöglicht es hiermit allen Lesern, sich kritisch und wissensbasiert mit seinen Positionen auseinanderzusetzen. Es schlägt eine neue Theorie des Wohlbefindens vor, die sich einerseits an wissenschaftlichen Erkenntnissen orientiert, andererseits die breite wissenschaftliche und anwendungspraktische Erfahrung von Martin Seligman zum Ausdruck bringt. Es illustriert die Entwicklung der Positiven Psychologie über die letzten zehn Jahre und stellt praktische Übungen zur Steigerung des Wohlbefindens vor. Es berichtet von vielfältigen Erfahrungen zur positiven Gestaltung von Institutionen wie etwa Schulen und beschäftigt sich intensiv mit der Prävention psychischer Störungen und körperlicher Erkrankungen. Es lädt ein, sich mit seiner eigenen Lebensführung und der Gestaltung der eigenen Umwelt auseinanderzusetzen und sich neue Wege zu erschließen.

Flourish ist ein Buch, das eine klare wissenschaftliche und persönliche Position bezieht und daher auch zu wissenschaftlichen und öffentlichen Diskussionen und Kontroversen führen wird. Nicht jeder wird der kritischen Bewertung der Lebenszufriedenheitsforschung zustimmen, hat sie doch viele wichtige und einflussreiche Erkenntnisse hervorgebracht (die auch in dem Buch rezipiert werden). Pharmakologisch arbeitende Therapeutinnen und Therapeuten werden sich durch die Kritik an der Pharmakotherapie herausgefordert fühlen. Und dann ist da noch das Kapitel zu einer starken Armee und der psychologischen Fitness von Soldaten. Die Frage nach der Kooperation von Psychologie und Militär ist oft eine heikle Frage und ein möglicher Beitrag der Psychologie zur Kriegsführung muss stets kritisch und aufmerksam beleuchtet werden. Liest man dieses Kapitel, so wird schnell deutlich, dass es hier um die Linderung individuellen Leidens und der Prävention psychischer Störungen geht. Krieg ist grausam, nicht nur für Zivilisten, sondern auch für die Soldaten und ihre Familien. Einsamkeit, Depression, Suizid und posttraumatische Belastungsstörungen sind in der amerikanischen Armee weit verbreitet. Der Linderung und Prävention dieser Störungen kann sich die Psychologie ebenso wenig verschließen, wie ein Arzt die Behandlung von körperlichen Verletzungen ablehnen darf. Eine Gruppe renommierter amerikanischer Psychologinnen und Psychologen – neben Martin Seligman so angesehene Kolleginnen und Kollegen wie John Cacioppo, John und Julie Gottman, Barbara Fredrickson und andere – haben sich daher zusammengefunden, um ein Präventionsprogramm zu entwickeln, das auf Soldaten und ihre Familien zugeschnitten ist. Dieses wird in seinen Grundzügen und in seiner Verankerung in der Positiven Psychologie dargestellt.

Das Buch setzt sich auch mit der zum Teil undifferenzierten und plakativ unsachlichen Kritik an der Positiven Psychologie auseinander – auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse und empirischer Studien. Auch dieser Teil ist lesenswert und zeigt deutlich, dass es sich bei der Positiven Psychologie nicht um eine »Sekte« mit Seligman als ihren »Guru« handelt (wie es etwa im Artikel „Im Herzen der Sekte“ in Die Zeit am 29.12.2012 zu lesen war) .

Flourish ist ein lesenswertes, inspirierendes, aktuelles, wissenschaftlich basiertes Buch und es fordert – auch kritische Stimmen – heraus. Man kann ihm daher eine breite Leserschaft wünschen.

Prof. Dr. Michael Eid

Prof. Dr. Michael Eid ist Professor für Psychologie an der Freien Universität Berlin und Mitherausgeber des Journal of Positive Psychology

 

 





Die Positive Psychologie des gelingenden Lebens

Cover Seligman

Jetzt bei Amazon vorbestellen

Aus dem Amerikanischen von Stephan Schumacher 
480 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag 
ISBN 978-3-466-30934-4 
Erscheint am 5. April 2012
Kösel-Verlag München

www.koesel.de

»Martin Seligman hat der Menschheit einen großen Dienst erwiesen, indem er den Fokus der Psychologie neu ausrichtete: weg von den negativen Seiten der Menschen und hin zur Frage, wie wir unsere Stärken stärken können.«

Financial Times

»Bye, bye, happiness, hello flourishing! Der Begründer der Positiven Psychologie geht nun ins Detail und der Frage nach: Wie können wir gut und richtig leben? Antwort: Indem wir unsere Talente und Möglichkeiten zur Blüte bringen.«

Heiko Ernst, Chefredakteur »Psychologie heute«


»Flourish ist ein lesenswertes, inspirierendes, aktuelles, wissenschaftlich basiertes Buch und es fordert – auch kritische Stimmen – heraus. Man kann ihm daher eine breite Leserschaft wünschen.«

Prof. Dr. Michael Eid, Professor für Psychologie an der Freien Universität Berlin


»Besser als die Glücksmode, mehr als eine ‚Glückologie‘: Die neue und überarbeitete Theorie eines Pioniers, die einen entscheidenden Vorteil hat: Man kann sie im Alltag anwenden.«

Gert Scobel, Journalist, Fernsehmoderator, Autor

»Dieses Buch wird Ihnen helfen aufzublühen.«

Mit diesem unerhörten Versprechen beginnt das Buch des international renommierten Psychologen Prof. Dr. Martin Seligman. Der Begründer der Positiven Psychologie, den man auch schon den Sigmund Freud des 21. Jahrhunderts genannt hat, entwickelt darin sein dynamisches Konzept davon, was ein gelingendes Leben wirklich bedeutet. Denn obwohl es sicherlich ein Teil unseres Wohlbefindens ausmacht, entsteht durch Glück allein noch kein Sinn in unserem Leben. Was versetzt uns in die Lage, unsere Talente zu entfalten, tiefe Beziehungen einzugehen, das Leben wirklich zu genießen und in der Welt einen Beitrag zu leisten? Kurz gesagt, was brauchen wir, um wirklich aufblühen zu können?

Wahrhaftes Wohlbefinden basiert auf fünf Säulen: Positive Emotionen spüren, sich für etwas engagieren, Verbundensein mit anderen Menschen erfahren, Sinn in unserem Tun finden und merken, dass wir etwas bewegen können. In der englischen Version ergeben die Anfangsbuchstaben dieser fünf Säulen ein gutes Merkwort: PERMA.

Basierend auf den mitreißend erzählten persönlichen Erfahrungen von Martin Seligman als Pionier der Positiven Psychologie ebenso wie auf wissenschaftlichen Studien zeigt Flourish, was die Fokussierung auf die Stärken statt auf die Schwächen von Menschen zu leisten vermag: in Erziehung, Wirtschaft, Therapie, Medizin oder im Coaching. Nicht nur das Leben einzelner Menschen, auch Firmen, Institutionen, Schulen, sogar ganze Nationen erfahren tiefgreifende Veränderungen. Konkrete Übungen ermöglichen es dem Leser, seine eigenen Stärken wahrzunehmen und die Positive Psychologie für ein gelingendes Leben für sich selbst zu erschließen. 

GLÜCKSPHILOSOPHIEIm Herzen der Sekte

Ein schrecklich harmonischer Tag mit Glücksguru Martin Seligman. Am Ende bleibt nur die Flucht.

Schließlich habe ich es vor Glück nicht mehr ausgehalten. Das Dauergrinsen des biodynamisch gewandeten Publikums, von emsigem Tai-Chi und der Morgenmeditation frisch und weich; das sektenartige Einverständnis im Raum, dass es um nichts Geringeres als das Weltenglück gehe und Zweifel menschenfeindlich seien; und der kleine, rundliche Guru, der mit seiner (auch körperlich synchronen) Übersetzerin über die Bühne tanzte – ich bin abgehauen. Bin in den erstbesten Zug gesprungen, habe den Schaffner beschimpft, Mitreisende angemuffelt und pampige SMS verschickt. Bis ich wieder normal war. Normal unglücklich.

So endete mein Besuch bei Martin E. P. Seligman, dem Glücksforscher und Erfinder der »Positiven Psychologie« – Mister Glücklich höchstpersönlich. Im Sommer war er in der Glückscity Heidelberg, selbstverständlich bei fantastischem Wetter, um im Rahmen eines »Symposiums« die europäische Glücksforschung zu befeuern (und sein neues Buch zu präsentieren, dessen deutsche Übersetzung leider nicht mehr rechtzeitig fertig wurde: Flourish – A Visionary New Understanding of Happiness and Well-being).

Der amerikanische Psychologe Seligman hatte vor zwei Jahrzehnten eine Erleuchtung, die zum Gründungsmythos der Positiven Psychologie wurde: Seine Tochter bezichtigte ihn beim Unkrautjäten der Miesepetrigkeit. Da verstand er, dass die dauerhafte Beschäftigung mit so etwas Negativem wie Depressionen selbst negativ ist. Ab sofort wollte er sich nur noch um das Glück kümmern, wie es entsteht und wie man es herstellt. Übellaunige Miesepeter in den USA vermuteten zwar, dass die Abwendung von der Depression daher kam, dass die Psychologen dank immer besserer Antidepressiva Marktanteile verloren und nun ihre Arbeit auch der normal unglücklichen Restbevölkerung andienen wollten – aber das ist bloß negatives Denken.

Seligman untersuchte also vorhandene Glückskonzepte, befragte Leute nach ihrem gefühlten Glückspegel (zwischen 1 und 10) und fand die Glücksformel: G=V+L+W. Glück ist Vererbung plus Lebensumstände plus Wille. Wille heißt, durch selbstständiges Tun etwas verändern: durch den Kauf von Seligmans Büchern zum Beispiel (Der Glücks-Faktor), die Anmeldung bei Seligman-Seminaren, den Besuch der Seligman-Website. Selbstverständlich dient der Mehrung des Glücks auch, wenn die Positive Psychologie neue Studiengänge einrichtet, Lehrstühle oder Dozentenstellen schafft und Forschungsmittel akquiriert.

Das Heidelberger Symposium erlebte seinen Höhepunkt, als der Meister bekannte: »Sehet, ich habe geirrt!« Die in ihrer Demut erschütternde Botschaft an seine Jünger: Glück ist out! Vergesst alles, was ich bisher über Glück gesagt habe. Jetzt weiß ich, dass es gar nicht um Glück geht. Es geht um Wellness! Um Erblühen, flourishing! (Und um den Absatz meines neuen Buches.)

Schon der Begriff »Glück« führt ja in die Irre. Man könnte dabei womöglich in erster Linie an Drogen, Schokolade, Shopping oder – Gott behüte! – an Masturbation denken. Die brandneue Entdeckung Seligmans: Erblühen hat mit Ehe, Kindern und Religion zu tun, mit Dankbarkeit, Engagement und Hoffnung. Und perplex erkennt der depressive Europäer: Der unter dem Label flourishing aufscheinende Neue Mensch ist – der gute alte Amerikaner! Fromm, patriotisch, ein Smiley, dem schon die Verfassung sein Glück garantiert. Die Fortsetzung der amerikanischen Cheerleader-Ideologie mit psychologischen Mitteln. »Always look on the bright side of life!« – Probleme existieren nur in den Köpfen.

Einmal, einen winzigen Moment lang, roch es bei der Heidelberger Veranstaltung nach Aufmucken, Widersetzlichkeit, lag Skeptizismus in der Luft. Der Chefredakteur von Psychologie heute, Heiko Ernst, übernahm die Rolle des Spielverderbers und wies darauf hin, dass die Positive Psychologie noch zu viel Ungeklärtes und Widersprüchliches mitschleppe, um Rezepte verteilen zu dürfen. Dass Skepsis gesunder als Daueroptimismus sei. Dass die Jeder-ist-seines-Glückes-Schmied-Ideologie ein Kind des Marketingkapitalismus sei. Und dass zu viel Glück dumm mache.

Da aber sprang der lustige Dr. von Hirschhausen auf die Bühne und zeterte, zu viel Glück gebe es doch offensichtlich noch lange nicht auf der Welt. Dann machte er schnell viele Späße, das Volk lachte, die Wolken verzogen sich. Später fragte Meister Seligman, ob noch Skeptiker anwesend seien. Niemand meldete sich.

Im Zug stieg in mir die Frage auf, wieso zum Teufel Glück nur ein Psychologenthema sein soll. Ich stöberte in meinen Unterlagen. Und siehe, die Berufeneren hatten schon lange alles Entscheidende dazu gesagt. Nietzsche: Glück als Schmerzvermeidung verhindert ein intensives Leben. Schopenhauer: Gäbe es allerorten Glück, würden die Menschen vor Langeweile sterben, sich aufhängen, bekriegen, würgen oder morden. Und natürlich Blaise Pascal: Alles Unglück der Menschen kommt von einem Einzigen – dass sie es nämlich nicht verstehen, in Ruhe in einem Zimmer zu bleiben. Zufrieden melancholisch kam ich zu Hause an.

[Quelle: www.zeit.de

 

Seit 2000 erobert die Positive Psychologie mit ihren zukunftsorientierten Ansätzen das
Feld von Beratung und Therapie. Positiv-psychologische Interventionen bestechen
durch ihre Einfachheit und ihre unmittelbare Anwendbarkeit. Sie sind radikal
lösungsorientiert, zugleich konkret und allesamt wissenschaftlich auf ihre Wirksamkeit
überprüft.
In diesem Workshop stellt Dr. Philip Streit kurz den Hintergrund positivpsychologischer
Interventionen vor. Schritt für Schritt werden dann diese Interventionen
(wie etwa Three Blessings, Dankesbrief, Entdecke und Nütze Deine Stärken, Aktiv-
Konstruktiv Kommunizieren, Acts of Kindness, Positive Herausforderung) erarbeitet,
praktisch geübt und ihre Integration in die beratende und therapeutische Praxis der
TeilnehmerInnen besprochen. Daraus werden Sitzungspläne für positive Einzel- und
Gruppenarbeit entwickelt.
Dr. Philip Streit arbeitet seit Jahren mit Prof. Martin Seligman und dem Positive
Psychology Center der University of Pennsylvania zusammen. Er ist Member des
International Positive Psychology Association (IPPA) Board of Directors und einer der
führenden Experten in der praktischen Anwendung Positiver Interventionen im
deutschen Sprachraum.

Referent: Dr. Philip Streit, Vorstand des Institutes und der Akademie für

Kind, Jugend und Familie, Klinischer und Gesundheitspsychologe,

Psychotherapeut (SF), Lebens- und Sozialberater, Supervisor, NLP Master
Practitioner, Member of the IPPA Board of Directors


Zeit: Fr.,4.5.2012 von 14.00 – 19.00 und Sa., 5.5.2012 von 9.00 – 17.00


Preis: € 200,- Frühbucherbonus gültig bis 31.01.2012
danach € 250,- (Preise inkl. 20% MwSt.)


Ort: Institut für Positive Psychologie und Mentalcoaching Graz
Walter-Goldschmidt-Gasse 25, 8042 Graz


Zielgruppe: PsychologInnen, TherapeutInnen, Coaches, BeraterInnen, PädagogInnen
und Interessierte


Anrechenbar als Fortbildung für Klinische und GesundheitspsychologInnen sowi

Tuesday, 23 August 2011 10:26

Applied Positive Psychology Training

Written by Dominik Klug

Further information and pre-registration under: This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it oder unter +4369916030040

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